VITAKO Bundes-Arbeitsgemeinschaft der kommunalen IT-Dienstleister e.V.

Themenschwerpunkte

 

Vitako-Positionen

Vernetzte, kollaborative Verwaltung mitgestalten
Wir wirken an der Gestaltung der vernetzten kollaborativen Verwaltung mit - unsere Leistungen bilden den Backbone für die vernetzte Verwaltung.

Die Entwicklung der öffentlichen Verwaltung ist von einem Leitmotiv geprägt: der Vernetzung – horizontal und vertikal. Leistungen und Prozesse der Verwaltung wachsen immer mehr zusammen. Es geht um Bündelung von Kompetenzen, um Konzentration der Leistungserbringung, um Schaffung nachfragegerechter Leistungen, unabhängig von der Zuständigkeit. Und es geht um Ausschöpfung von Rationalisierungspotenzialen durch Kooperation und Arbeitsteilung.

Die Mitgliedsunternehmen von Vitako sind in diesen Veränderungsprozess intensiv eingebunden. Denn ohne IT wird dieser notwendige Transformationsprozess nicht gelingen. Organisationsübergreifende, vernetzte Prozesse erfordern eine exzellente IT-Infrastruktur sowie integrierte und interoperable IT-Systeme. Die Vitako-Mitglieder stehen dafür: Wir schaffen die Grundlagen für die Transformation der öffentlichen Verwaltung in Zusammenarbeit mit unseren Kunden – den kommunalen Verwaltungen – und den Verwaltungen auf Länder- und Bundesebene.

Artikel 91c als IT-Grundgesetz begreifen
Wir stehen für horizontale und vertikale Kooperation von öffentlichen Einrichtungen - der Artikel 91c ist unser IT-Grundgesetz.

Die Vitako-Mitglieder sind die „ältesten Kinder“ interkommunaler Zusammenarbeit. Sie sind Garanten für funktionierende Zusammenarbeit und Vernetzung kommunaler Verwaltungen – seit vielen Jahren. Die IT-Dienstleister stellen Kooperation der Kommunalverwaltungen sicher, auch durch hervorragende und intensive Zusammenarbeit untereinander.

Zusammenarbeit und Arbeitsteilung sind für die kommunalen IT-Dienstleister bereits heute Alltag. Nur so ist ein ressourcenschonendes und qualitativ hochwertiges Angebot von IT-Dienstleistungen möglich.

Für Vitako ist der neue Artikel 91c Grundgesetz zugleich Chance und Verpflichtung. Chance, weil er neue Optionen für Zusammenarbeit und Arbeitsteilung auch über föderale Grenzen hinweg eröffnet. Verpflichtung, weil die Vitako-Mitglieder noch stärker als bisher ihre eigene Position, ihr angestammtes Leistungsspektrum überdenken und Möglichkeiten der Zusammenarbeit noch intensiver prüfen und nutzen müssen – und dabei im Bewusstsein der eigenen Kompetenz neue Partnerschaften aufzubauen.

Begleitende IT-Folgenabschätzung in normgebenden Prozessen implementieren
Unsere Expertise ist für die Ausgestaltung von Gesetzen, Verordnungen und Richtlinien mit IT-Folgen unabdingbar - wir fordern eine vorausschauende, begleitende IT-Folgenabschätzung im legislativen Prozess und bei Standardisierungsprojekten.

Wegen der immensen Abhängigkeit der öffentlichen Verwaltung von IT-Systemen haben Entscheidungen von EU, Bund und Ländern in den meisten Fällen Auswirkungen auf Softwareprodukte, auf Schaffung, Anpassung oder Integration von Schnittstellen in informationstechnische Infrastrukturen. Daher gebietet es sich, die Folgen auf die IT-Systeme der Verwaltung frühzeitig zu erkennen und Normen zu testen. Vitako tritt für eine vorausschauende, quasi den normierenden Prozess von Beginn an begleitende Informationstechnik-Folgenabschätzung und für die Validierung von Normen im Vorfeld ein.

Vitako fordert, die Entscheidungsprozesse anzureichern: um Konsultationen von IT-Umsetzern, d.h. von Softwareanbietern, Systemintegratoren wie den kommunalen IT-Dienstleistern und E-Government-Fachleuten, die Folgen abschätzen, Lösungsansätze testen und neue, vereinfachende organisatorische Lösungsmöglichkeiten einbringen können. Möglicherweise erhöht dies den Aufwand für die Abfassung von Regelungen, doch der Implementierungsprozess würde deutlich vereinfacht und beschleunigt, Der Aufwand vermindert.

Die kommunalen IT-Dienstleister stehen bereit, um ihre Kompetenz einzubringen.

Wissensmanagement organisationsübergreifend gestalten
Wir schaffen die Grundlage für die Vernetzung von Wissen in der vernetzten Verwaltung - wir leben föderatives Wissensmanagement in unseren Häusern, mit unseren Kunden und anderen Partnern.

Vernetzte Verwaltung ist ohne vernetzte Informationen undenkbar. Der Zugriff auf Informationen an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit ist Voraussetzung für vernetzte Prozesse und nachfragegerechtes Angebot von Leistungsbündeln. Die Kommunikation von Verwaltungen untereinander nimmt ständig an Bedeutung zu – Daten müssen immer schneller elektronisch laufen lernen. Dies erfordert die Integration von IT-Systemen und die Entwicklung von Datenaustauschformaten. Nicht monolithische, zentralistische Ansätze sind die Lösung. Vielmehr wird die intelligente Kopplung von Daten und Informationen auf verteilten IT-Systemen zum Ziel führen. Für diesen Ansatz stehen die Mitgliedsunternehmen von Vitako. In vielen Aufgabenfeldern laufen heute die Daten problemlos und schnell – die öffentlich-rechtlichen IT-Dienstleister sind ein Garant dafür.

Trotz dieser Erfolge fehlt ein föderatives Wissensmanagement im umfassenden Sinne. Immer wieder neu werden Wissensmanagement-Systeme projektbezogen, regional oder sektoral aufgesetzt. Die Folge: Verschwendung von Ressourcen sowie Verwirrung und Verärgerung von Mitarbeitern, Bürgern und Unternehmen. Vitako fordert, integrierte, verbundene Lösungen sowie Geschäfts- und Prozessmodelle zu entwickeln. Nur so können wissensbezogene Kooperationen organisatorisch und technisch effizient und effektiv gestaltet werden.

IT-Sicherheit auf höchstem Niveau gewährleisten
Wir stehen für hohe Sicherheit im Umgang mit den Daten der Bürger und Unternehmen - IT-Sicherheit ist unsere Stärke vor allem in vernetzten Prozessen.

Angesichts der zunehmenden Bedeutung von Informationstechnik in Politik und Verwaltung und der damit einhergehenden Risiken ist die Sicherheit der Informationstechnik für die öffentliche Verwaltung von besonderer Bedeutung. Die öffentliche Verwaltung verarbeitet Daten, die teilweise einen sehr hohen Schutzbedarf bezogen auf die Grundwerte Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit aufweisen.

Als Auftragnehmer der öffentlichen Verwaltung arbeiten die Mitgliedsunternehmen von Vitako seit Jahrzehnten mit den Daten der Bürger und Unternehmen. Seit jeher verfolgen sie im Interesse ihrer Eigentümer und Kunden erfolgreich das Ziel, Vertraulichkeit, Integrität und Verfügbarkeit der Daten auf hohem Niveau sicherzustellen. Die Weiterentwicklung von Sicherheitskonzepten ist aber Daueraufgabe – die Vitako-Mitglieder passen die Sicherheitsvorkehrungen strukturell, prozessual und informationstechnisch ständig an, um IT-Sicherheit auf immer höherem Niveau gewährleisten zu können. Dabei sind die geltenden nationalen und internationalen Normen und Zertifizierungsverfahren Richtschnur des Handelns. Aufgrund ihrer großen Erfahrungen stellen sich die kommunalen IT-Dienstleister den neuen Anforderungen der vernetzten Verwaltung oder des Cloud Computing an die Sicherheit der IT gelassen und kompetent.

Technisch auf der Höhe der Zeit sein
Wir entwickeln uns ständig weiter, indem wir neueste technische Möglichkeiten prüfen und für unsere Häuser anpassen – die Erarbeitung von Konzeptionen der Government Cloud und der Green Cloud gehören dazu.

Trotz der Faszination von Cloud Computing besonders unter finanziellen Aspekten – beeindruckende Zahlen werden allerorten veröffentlicht – hat die öffentliche Verwaltung besondere Anforderungen an Cloud-basierte Lösungen. Besonders aus Gründen des Datenschutzes und der IT-Sicherheit kann öffentliche Verwaltung nicht beliebig Leistungen aus sogenannten Public Clouds – also öffentlich zugänglichen IT-Ressourcen-Pools – beziehen. U.a. weil personenbezogene Daten in Public Clouds je nach freier Rechenspeicherkapazität irgendwo auf der Welt flexibel gespeichert werden und es für den Auftraggeber Verwaltung schier unmöglich ist, den Speicher und damit den Verarbeitungsort zu kennen.

Die Lösung heißt „Private Cloud“ oder „Government Cloud“. Sie beschreibt einen beschränkten Zugang wie in einem Intranet. IT-Services befinden sich entweder in einem verwaltungseigenen  Rechenzentrum oder bei einem IT-Dienstleister, der kundenindividuell den IT-Betrieb übernimmt. An einer solchen Lösung der kommunalen - oder gar der öffentlichen - IT-Dienstleister arbeiten die Mitglieder von Vitako. Sie wollen den Verwaltungskunden damit extrem hohe Verfügbarkeit, hervorragende Services, größtmögliche IT-Sicherheit und gute Preise bieten. Wegen des knappen Geldes und der hohen Abhängigkeit der Verwaltung von einer hervorragenden IT eine Möglichkeit, Kosten zu reduzieren und Qualität zu verbessern.

Um gute Handlungsbedingungen ringen
Vitako und die Mitgliedsunternehmen streiten für gute Handlungsbedingungen, damit sie weiter hervorragende Leistungen für ihre Kunden erbringen können – die Ausgestaltung des Vergaberechts und die Aufnahme der Fachkarriere in den TvöD gehören hierzu.

Die Zusammenarbeit öffentlicher Verwaltungen und ihrer Unternehmen fordern viele – um Qualität erhalten und Kosten sparen zu können. Auch die kommunalen IT-Dienstleister sind immer stärker auf Kooperationen angewiesen, damit sie handlungs- und zukunftsfähig bleiben. Doch stehen dem vergaberechtliche Hürden entgegen. Ausschreibungspflichten – teils EU-weite – hemmen Projekte oder verhindern sie gar. Zwar haben der Europäische Gerichtshof und die Europäische Kommission inzwischen ihre Positionen dahingehend verändert, dass die Hürden nicht mehr immer unüberwindbar hoch sind, doch herrscht nach wie vor Unsicherheit über den Handlungsspielraum.

Vitako begrüßt die Entwicklungen auf EU-Ebene und die Aufnahme der IT-Zusammenarbeit ins Grundgesetz. Vitako fordert aber die Verantwortlichen bei EU, Bund und Ländern nachdrücklich auf, ihre Positionen künftig konsequent im Sinne von Kooperation weiter zu entwickeln.

IT-Fachkräftemangel bei öffentlichen IT-Dienstleistern ist vor dem Hintergrund des demografischen Wandels erwartbar, teils schon schmerzlich spürbar. Ein Grund ist das relativ unflexible Gehaltsgefüge im öffentlichen Dienst. Es gibt Hemmnisse wie überholte Bewertungsmerkmale oder die Unmöglichkeit einer Fachkarriere über eine bestimmte  Gehaltsstufe hinaus, auch wenn der TVöD mehr Anreize für Nachwuchskräfte birgt. Vitako fordert, den IT-Spezialisten neben der Führungskarriere eine eigenständige Fachkarriere zu eröffnen und flexible Verhandlungsmöglichkeiten zu ermöglichen. Entsprechend müssen die Laufbahnverordnungen für Beamte novelliert und die Eingruppierungsvorschriften des TVöD für IT-Fachkräfte angepasst werden. Notwendig ist außerdem eine Flexibilisierung, die auch leistungsbezogene variable Gehaltsbestandteile erlaubt, die periodisch überprüft werden können.

Vitako sind viele und ist doch eins – Vielfalt, die stark macht